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Blog 'Reflexionen im Auto zu Spiritualität'

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Warum ist Sünde Angriff? (26.02.2025)

Sünde  bedeutet, das Ziel zu verfehlen. Lass uns mal darüber nachdenken. Sünde bedeutet, das Ziel zu verfehlen. Lass uns mal darüber nachdenken. | © Fifaliana Joy auf Pixabay

Autodiktat vom 3. September 2024, transkribiert am 26. Februar 2025

Warum ist Sünde Angriff, wie es in der heutigen Lektion 247 heißt? [Die ganze Lektion 247 lesen...]

Ich möchte das jetzt auf der Fahrt hier beleuchten.

Angriff und Abwehrmechanismen und Angst und Wut und alle schlechten Gefühle sind ja nicht der Zustand der Liebe Gottes. Sie verhindern, dass wir die Schau Christi sehen, dass wir unser Licht sehen oder wahrnehmen, fühlen, geistig abgreifen.

Also all diese Zustände bringen uns nicht dorthin, wo wir eigentlich hinwollen. Das sind alles Zustände, mit denen wir unser Ziel verfehlen, nämlich Frieden zu haben und glücklich zu sein.

Und nun müssen wir uns angucken, wie wir denken, wie wir ticken, weil wir das sonst nicht gleich verstehen. Und weil auch das Wort Sünde schon sehr stark vorinterpretiert ist.

Wenn wir davon ausgehen, dass Sünde heißt, dass Ziel verfehlen, aus der griechischen Übersetzung,
heißt das also, wir haben ein Ziel und das für uns gesteckte Ziel ist, dass wir uns gut fühlen.

Wir machen alles wegen unserer Gefühle, auch wenn uns das nicht bewusst ist. Das ist schon mal der erste Punkt.

Es ist unbewusst, es ist uns gar nicht klar, was unsere Triebfeder ist: Unser Wohlbefinden. Wir wollen uns wohlfühlen.

Und wenn wir uns nicht wohlfühlen, suchen wir nach Gründen. Und wenn wir ganz ehrlich sind, finden wir die auch im Außen; in einer Situation, in anderen Menschen, manchmal auch in mir selbst. Irgendetwas, irgendjemand ist schuld, dass ich mich nicht wohlfühlen kann.

Nun haben wir aber immer noch nicht so ganz den Kreis verstanden.
Also erstmal ist Sünde, das Ziel verfehlen, sich nicht wohlzufühlen und deswegen im Außen dafür Schuldige zu suchen. Sünde und Schuld folgen aufeinander.

Aber warum fühlen wir uns nicht wohl? Was ist denn der wahre Grund, wenn die Projektion im Außen falsch ist? Wenn die Projektion im Außen Angriff ist, der Schuldige für mein Unwohlsein im Außen angegriffen wird oder eine Situation angegriffen wird. Sie sollte anders sein...

Wir haben an der falschen Stelle gesucht. Das Ziel mit den falschen Mitteln versucht zu erreichen.
Und wenn wir dann Unwohlsein spüren, ist das ein Indiz dafür.

Ich habe offenbar an der falschen Stelle gesucht. Ich habe meinen Glauben in das Falsche gesetzt. Und jetzt muss ich ganz ehrlich sein und genau hinschauen. Ich habe geglaubt, wenn ich einen unversehrten Körper habe, könnte ich glücklich sein. Und jetzt mache ich mir Sorgen wegen eines Behandlungsergebnisses und schaue, ob alles gut gelaufen ist oder ob irgendwo jemand einen Fehler gemacht hat, der mir schaden könnte. Oder ich selber einen Fehler gemacht habe, womit ich mir selber Unwohlsein bereiten könnte, bereitet habe oder in der Zukunft bereiten könnte.

Angst und Sorge – ich habe meinen Glauben in das Falsche gesetzt.
Und das ist für mich der Schlüssel, diesen ganzen Verkettungszusammenhang zu verstehen.
Und dieses Wort Sünde zu dekodieren, was wir viel zu schnell mit unserem Allgemeinverständnis interpretieren. Aber so ist das hier überhaupt nicht gemeint.

Auf die Sünde folgt Strafe. Auch das ist, wie es etabliert ist, meiner Meinung nach ein Missverständnis.

Auf die Sünde folgt eine Wirkung. Und wenn ich sage, die Sünde ist das Ziel verfehlen, nach dem Richtigen mit den falschen Mitteln zu suchen, dann ist die scheinbare Strafe die Wirkung  – das Unwohlsein. Das ist eigentlich nur Ursache-Wirkungs-Prinzip.

Das ist der erste Fehler. Ich habe nach dem Richtigen mit falschen Mitteln gesucht. Ich habe den Glauben in das Falsche gesetzt. Ich habe geglaubt, dass es hier zu finden ist, zum Beispiel in einem gesunden Körper. Du kannst aber auch alles andere dafür nehmen, was für dich gerade wichtig ist und wovon scheinbar dein Gleichgewicht abhängt im Moment. Das wechselt ja auch immer mal. In der Regel ist ein Indiz dafür, dass wir es im Außen gesucht haben. Und unser Körper gehört auch zu dem Außen, zu dem scheinbaren Außen.

Sünde ist Angriff. Da draußen ist etwas, was ich kontrollieren muss, weil ich dort vermute, dass mein Heil dort liegt. Mein Gleichgewicht, mein Seelenheil, mein Glück, mein Wohlbefinden, mein Frieden. Ich kann nicht in Frieden sein, wenn das und das nicht so und so ist. Oder der und der nicht so und so ist. Wenn das und das nicht geschehen wäre, wenn mir das nicht angetan worden wäre und so weiter.
Oder wenn ich nicht diesen dummen Fehler gemacht hätte. Ich bin ja selber schuld.

Das gehört alles zu demselben Das-Ziel-verfehlen-Thema.

Erst nach sieben Jahren mit einem Kurs in Wundern habe ich auch wirklich erfühlen können, was gemeint ist. Indem ich die Liebe Gottes ganz klar fühlen kann.  Und den Unterschied zwischen echten Wohlbefinden und diesem Kontrollmechanismus, der versucht immer im Außen das Wohlbefinden zu finden. Aber sehr oft kein tiefes, dauerhaftes Wohlbefinden hat, sondern Unruhe und alle möglichen Gemütszustände.

Der Friede Gottes, in dem ich tatsächlich ruhen kann, liegt auf einer völlig anderen Ebene. Und wenn ich da drin bin, habe ich mein Ziel erreicht. Dann bin ich nicht mehr in Sünde, wenn man das Wort verwenden will. Dann habe ich nicht mehr mit dem falschen Mittel nach dem Richtigen gesucht. Ich fühle mein Wohlbefinden in Gott. Und ich weiß, dass es in Gott ist, weil ich es fühle.

Und da habe ich einen großen Durchbruch geschafft, weil mit diesem Gefühl kann ich dann arbeiten. Ich habe eine Referenz. Ich weiß, wie es sich angefühlt hat. Und wenn es sich wieder einstellt, weiß ich sofort, dass es das ist.

Ich kann aber auch durch sehr achtsames Hilfspüren in mir das Ganze wachrufen, wiederholen, dieses Gefühl üben.

Ich kann richtig üben, in diesem Gefühl, so lange wie möglich zu verweilen.

In der Bibel oder in alten Kirchenliedern wird das auch als der Zustand der Gnade bezeichnet. Etwas, was man sich nicht verdienen kann. Etwas, was man unverdient geschenkt bekommt. Aber noch richtiger wäre zu sagen, was wir eigentlich alle haben. Wir sind alle in dem Zustand der Gnade. Wir sind alle heil, ganz und froh. Wir haben alle ein vollumfängliches Wohlbefinden.

Und wenn wir es nicht verspüren, sind wir in einem Zustand der Sünde, um dieses Wort mal zu verwenden. Um dem Wort mal die neue Bedeutung zu geben. Dann sind wir aber nicht gestraft und auch nicht böse, sondern wir glauben an das Falsche. Wir sind einer Illusion aufgesessen.

Und das würden wir normalerweise abwehren und nicht glauben. Aber dass wir uns nicht wohlfühlen, ist doch der Beweis, dass es eine Illusion war. Nur wir setzen dann die Illusion fort und setzen noch einen drauf und sagen, so und so müsste es sein, damit ich mich wohlfühle. Irgendetwas im Außen hindert mich ja daran.

Und dann projiziere ich Schuld. Und drum ist Schuld. drum ist Sünde Angriff. Weil Sünde immer auch Schuld projiziert und nach Schuldigen sucht. Weil Sünde ja der Zustand der Zielverfehlung ist, in dem ich ja spüre – anhand der Wirkungen – dass ich nicht mich wohlfühle. Der Sünder leidet also unter seinem eigenen Glauben. Er leidet nur unter seinem eigenen Fehlglauben an das Falsche. An seinem fehlgeleiteten Glauben. Und unser Glaube hat so eine Macht. In der Bibel steht ja schon, er versetzt Berge.

Der tief sitzende Wunsch in uns, etwas möge doch so oder so sein, formt unsere Wahrnehmung. Der Wunsch ist der Vater des Gedankens. Dann kommen die Gedanken und dann kommen sofort die Gefühle. Und das geht alles so gut wie komplett unbewusst bei den meisten Menschen. Sie merken gar nicht, dass sie selber da die Ursache gesetzt haben. Drum ist Sünde Angriff. Das Ziel verfehlen ist immer Angriff.

Weil ich habe einen Anspruch darauf, das Ziel zu erreichen, mich wohlzufühlen. 

Und selbst wenn ich mich selber angreife: "Ich bin der Versager, ich kriege es nicht hin, ich schaffe nicht, glücklich zu sein." – das ist dasselbe, wie es nach außen zu projizieren. Ich nehme die unverdiente Gnade nicht an. Ich nehme das Geschenk Gottes nicht an, weil ich selber weiß, wie es sein müsste. Und deshalb werde ich nicht froh.

Sünde ist die Erfahrung von Hölle.
Gnade ist die Erfahrung von Himmel.


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Christiane Schenke 2021

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Sünde bedeutet, das Ziel zu verfehlen. Lass uns mal darüber nachdenken. | © Fifaliana Joy auf Pixabay